Familien aus dem Wort Gottes heraus unterstützen

Was geschieht mit unseren Kindern? Können wir sie überhaupt noch in diese Welt lassen? Welche Schranken brauchen sie? Wie gebe ich ihnen Wurzeln und Flügel? Wurzeln, zu denen sie immer wieder zurückkehren können, die sie festhalten im Evangelium unseres Herrn, aber auch Flügel, damit sie eigene (und gute!) Entscheidungen treffen können und in dieser Welt bestehen können.

Letztlich fuhr ich eine Gruppe Fünftklässler ins Kino. Alle 4, darunter mein Sohn, gehen auf eine christliche Schule. Von mindestens zweien kann ich mit Sicherheit annehmen, dass sie aus einem christlichen Elternhaus stammen.

Umso mehr erstaunten mich die Wörter, die sie benutzten und die Spiele, über die sie sich unterhielten. Eltern: habt acht auf eure Kinder! Ihr seid es – und nicht die Schule – die euren Kindern das richtige Fundament geben. Spiele, in denen es um Zombies und Krieg geht, sind weder adäquat für 10- bis 11-jährige noch überhaupt geeignet, Bestandteil einer guten Erziehung zu sein. Der Umgang mit diesen Themen ist ein schlechter Umgang und gehört nicht zu den Dingen, die ein Kind wissen muss. Zombies sind eine reine Erfindung und dienen in allen Medien nur dazu, möglichst großen Schrecken zu verbreiten. Inzwischen ist das Thema ja sogar im Hollywood Mainstream angekommen (World War Z) – das bedeutet aber eben nicht, dass es in irgendeiner Weise vorbildlich ist, sondern nur, dass damit Geld zu machen ist. Denn aus keinem anderen Grund werden Filme produziert (bis auf einige ganz wenige löbliche Ausnahmen). Sich mit Krieg auseinanderzusetzen war für meine Großeltern eine bittere Realität, so bitter, dass sie nie darüber gesprochen haben – weil es eben auch mit dem Versagen im Nationalsozialismus zu tun hatte.

Wenn sich Kinder heute mit Krieg auseinander setzen sollen, dann kann man sie mit guten Dokumentar-Medien an dieses Thema heranführen und ihnen deutlich machen, dass es einen Unterschied gibt zwischen den Kriegen, die Josua geführt hat und den Kriegen, die heute ein Assad, Putin oder Obama führen. Zombies und Kriege sind nicht lustig und angesichts der Flüchtlingsströme können wir davon ausgehen, dass auch wir hier in Deutschland an den Folgen der Kriege der Welt mittragen werden – vielleicht mehr als uns lieb ist.

Unsere Kinder sollten nicht lernen, wie man möglichst viele Feinde mit immer neuen Waffen niedermetzelt, sondern wie sie mit den Problemen vor ihrer Haustür umgehen können. Insbesondere sollten aber die Heranwachsenden lernen, wie sie miteinander umgehen. Die Veränderungen der Pubertät werden noch genügend Probleme mit sich bringen. Hier stehen uns Eltern noch reichlich Herausforderungen bevor. Wenn wir den Kindern beibringen, sich in Ballerspiele zu flüchten, statt sich den aktuellen Problemen zu stellen, werden wir sie nur von uns – und dem Evangelium – forttreiben. Es ist für uns Eltern unabdingbar, unseren Kindern in ihren aktuellen Lebensumständen das beizubringen, was für sie am Wichtigsten ist: welche Hilfe sie allezeit von unserem Herrn erwarten können und was dieser Herr auch von ihnen erwartet.

Bitte nicht falsch verstehen: ich erwarte hier keine Perfektion. Ich kämpfe selbst allezeit mit dem rechten Maß der Dinge. Soll ich meine Kinder etwa in die Kinderstunde oder den Gottesdienst zwingen? Welche Bücher sollen sie lesen? Welche Filme dürfen sie sehen? Wie bereite ich sie angemessen auf den Umgang mit dem anderen Geschlecht vor (und ich habe nur Jungs)? Wie kann ich sie stark machen, so dass sie zu dem stehen, was sie zuhause lernen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht? Wie wirke ich in rechtem Maße auf die Freunde meiner Kinder ein?

Die ‚Glasglocke‘ wäre sicher das allerfalscheste. Aber wir haben uns als Eltern bewusst für eine christliche Schule entschieden, um auf einer gemeinsamen Ebene mit den Lehrern sprechen zu können und nicht jedes Jahr neue Aufregung um Karneval zu erleben, mühsam die falschen Vorstellungen von Sexualität zu Hause zu korrigieren und eben keine Schlacht um Kreation und Evolution führen zu müssen. Lehrer sind aber kein Erziehungsersatz, sie sind allenfalls eine gute Ergänzung. Als Eltern müssen wir uns auch in die schulischen Belange einbringen.

Wozu die Axt?

Stell dir eine Axt vor. So ein echt schweres Teil mit Doppelklinge und einem Stiel, der perfekt in der Hand liegt. Mit leichtem Schwung lässt sie sich für alle Arbeiten benutzen. Stell dir weiter vor, du hast in deiner Kindheit nur Horrorfilme gesehen, in denen solche Äxte für die übelsten Zurichtungen an Menschen genutzt wurden. Diese Filme prägen dein junges Leben. (So etwas gibt es in der Realität höchst selten, aber es ist ein Beispiel, also denke das einfach mal mit.)
In den Ferien darfst du auf den Bauernhof deines Großvaters, wo du an der frischen Luft herumtollen und die Scheune unsicher machen kannst. Eines Tages kommst du gerade um die Ecke der Scheune und siehst deinen Großvater mit hoch über dem Kopf erhobener Axt. Dein Atem stockt, dein Puls beschleunigt. Die Axt saust herunter und spaltet was? – Ein Stück Holz! Du stehst ein paar Sekunden total perplex da, doch dann fällt es dir wie Schuppen von den Augen: die Axt spaltet das Holz, das Holz kommt in Omas alten Herd, Oma kocht darauf ihren super leckeren Eintopf, den du so gern magst. Also: eine Axt ist etwas Gutes. Du erfährst, dass sie schon seit Jahrhunderten von Menschen genutzt wurde, um Häuser und Schutzwälle zu bauen. Gute Menschen besitzen Äxte und spalten damit Holz. Es trifft dich wie ein Schlag.

Du erkennst, dass das ein Wendepunkt in deinem Leben bezüglich Äxten ist. Deine Einstellung zu Äxten ändert sich komplett. Du meidest zukünftig diese Splatter-Filme und bemühst dich, sie zu vergessen. Und du tust später das einzig Richtige: du lehrst deine Kinder, dass eine Axt etwas Gutes ist. Doch die Bilder in deinem Kopf steigen von Zeit zu Zeit wieder hoch und machen dir Angst. Du wirst sie nie mehr los. Du bedauerst deine unbeaufsichtigte Kindheit.

Szenenwechsel: Stell dir einen Mann vor. 1,80 groß, 90 Kilo schwer, ein liebender Vater, Ehemann und Gemeindemitglied. Er und seine Frau haben eine gute physische Beziehung. Du kennst solche Menschen zu Hauf.

Eines Tages benutzt die Frau das Familiennotebook, um eine Email zu schreiben. Sie sucht eine alte Datei, die sie irgendwo abgelegt hat. Versehentlich öffnet sie eine Datei und was sie dort sieht, verschlägt ihr die Sprache. Ekel, Scham und Schmerz überkommen die Frau vor diesem höchst unanständigen Bild. Sie klappt schnell das Notebook zu. Zuerst weiß sie gar nicht, woher so etwas kommen kann. Aber langsam dämmert es ihr: die Datei muss ihr Mann auf dem Rechner abgelegt haben.  Sie steht unter Schock, aber langsam, ganz langsam begreift sie, was das für ihr bisher so glückliches Leben, für ihre Familie und ihr Heim, dass sie so liebevoll aufgebaut hat, bedeutet. Tagelang läuft sie umher, als stünde sie neben sich.
Schließlich bringt sie den Mut auf und macht einen Termin mit ihrem Pastor. Sie erzählt ihm die Geschichte. Und sie muss erfahren, dass das leider nichts Ungewöhnliches ist. Und es ist kein Einzelfall bei ihrem Mann. Solche Dinge fangen meist in der Schulzeit an und entwickeln sich wie von selbst weiter. Schließlich ist da die Frage „Wie kann er all diese Dinge tun und sagen ‚Ich liebe dich‘?“

Es gibt darauf eine Antwort: Erinnere dich an die Axt.

Diese Illustration findet sich in dem Buch „What every man wishes his father had told him“ von Byron Forrest Yawn, das demnächst auf Deutsch im 3L-Verlag heraus kommt. Es ist ein sehr wertvolles Buch für alle Väter, die ihren Söhnen Väter sein wollen, von denen diese einmal sagen können, dass ihr Vater nicht nur da war, sondern sich wirklich engagiert hat.

Bücher für die Pubertät

Hier mal ein paar sehr hilfreiche Bücher für Eltern, deren Kinder in ‚das‘ Alter kommen, wo ALLES soo schwierig wird (man nennt es auch Pubertät). Vorerst konzentriere ich mich auf die Jungs, weil ich nur Jungs habe ;-). Sollte sich die Gelegenheit ergeben, ergänze ich auch noch Bücher für Mädchen. Die Beschreibungen/Bewertungen ergänze ich, sobald ich das jeweilige Buch gelesen habe.

Wie komme ich darauf? Nun, die Klassenlehrerin meines nun bald zehnjährigen Sohnes hat gesagt, dass sie nicht die Erste sein möchte, die ‚es‘ den Kindern sagt. Also, auf zum Selbststudium und dann frisch ans Werk!

Eberhard Mühlan: Zwischen 9 und 13. 74 Seiten

Bezeichnend am Umschlagtext ist, dass dort der frühere Titel „Zwischen 12 und 17“ angegeben ist. Dabei ist die erste Auflage erst ein paar Jahre alt. Die Zeiten ändern sich rapide, aber die Themen bleiben die gleichen: die körperlichen und emotionalen Veränderungen, der Gruppendruck, der Druck aus Gesellschaft und Medien. Ein sehr guter Einstieg in lockerem Ton, leider theologisch nicht immer auf der richtigen Spur; das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch. Das Buch kann von den Kindern (beiderlei Geschlechts) selbst gelesen werden, bietet aber auch den Eltern prima Anknüpfungspunkte. Daher also wirklich empfehlenswert.

Dick Baarsen: Typisch Jungen, typisch Mädchen. 47 Seiten

Super Buch, klein und kompakt. Auch dieses Buch kann man den Heranwachsenden selbst in die Hand drücken. Christen jeden Alters erhalten (noch einmal) einen klaren Einblick in die Aufregungen und Herausforderungen des Jungseins und Erwachsenwerdens.

Blaine Bartel: Sex & Verabredungen. 63 Seiten

Hier sind auf wenigen Seiten die wichtigsten Tipps zum Thema versammelt. 7 Dinge für das, 3 Dinge für jenes. Somit also auch zum schnellen Nachschlagen geeignet. Passt auch prima in die Hosentasche (die andere, denn in der einen steckt ja die Bibel 😉 ).

Peter & Alexandra P. König: Echt stark! Ratgeber für Jungen. 63 Seiten

In der Tat ein weiteres Buch direkt für die Jungs (die Eltern sollten es aber auch lesen und werden so jede Menge Anknüpfungspunkte für die allfälligen Gespräche finden). Es gibt übrigens ein Pendant für Mädchen: Echt schön! — Ratgeber für Mädchenvon Alexandra P. König. Dieses ebenfalls recht kompakte Buch hilft heranwachsenden Jungen, (hoffentlich einmal mehr) eine biblische Orientierung zu finden und zeigt Wege auf, wie sie mit ihrer erwachenden Sexualität verasntwortungsvoll umgehen sollen.

Tägliche Entdeckungen. Das ganz besondere Andachtsbuch. 416 Seiten


Entscheidungen selbst treffen. 160 Seiten

Die Version für Jungs von Jim George, die Version für Mädchen von Elizabeth George.

Der Rigatio-Verlag hat von den beiden Autoren auch noch zwei Kursbücher: Der Jungen-Kurs und der Mädchen-Kurs mit ebenfalls je 160 Seiten.

Walter Köhler: Intim vor der Ehe?. 44 Seiten

Joshua Harris: Ungeküsst und doch kein Frosch. 218 Seiten

Auch hierzu gibt es ein Pendant für Mädchen: Carolyn McCulley: Ungeküsst und doch Prinzessin – Singlesein mit Gottes Hoffnung

Paul David Tripp: Teens und Sex. 22 Seiten

Kurz und knapp hat Paul David Tripp in diesem Buch ein paar Tipps für Seelsorger gesammelt, um gezielt auf die Nöte der Heranwachsenden eingehen zu können. Sehr gut für Seelsorger, die vielleicht zum ersten Mal oder nur sporadisch Seelsorge an Teenagern betreiben dürfen.

Timo Martini: Pausenlos geht es um MICH, Was MICH aus dem Strudel der Selbstbefriedigung reißt. 90 Seiten

Heath Lambert: Endlich frei! Pornografie – Der Kampf um Reinheit in der Kraft der GNADE! 189 Seiten

Philip Nunn: Die verändernde Kraft der Vergebung. 105 Seiten

Christoph Pahl: Voll Porno! Warum echte Kerle „Nein“ sagen. 192 Seiten

Thomas Schirrmacher: Internetpornografie. 217 Seiten

 

Autorität

Ich beobachte in der Arbeitswelt einen zunehmenden Wechsel des allgemeinen Führungsstils. Wo früher auch außerhalb der Armee sozusagen Befehl und Gehorsam herrschten, wird heute immer mehr Verantwortung ‚nach unten‘ übertragen, so dass Vorgesetzte sich um vorgeblich höhere Aufgaben kümmern können. Die eigentliche Führung des Personals wird dem Personal überlassen und allenfalls im Konfliktfall wirkt der Vorgesetzte moderierend mit. Mit der Zeit entsteht eine regelrechte Abneigung gegen arbeitsrechtliche Maßnahmen, auch wenn sie eigentlich notwendig wären. Genauso wie die konkrete Kritik in weiche Worte gewandet wird, wird das Lob nahezu völlig vernachlässigt.

Woran liegt das? Ist es der Druck zu mehr Produktivität, die den Vorgesetzten keine Zeit mehr für eine vernünftige Personalführung lässt? Ist es vielleicht fehlender Wille zur Übernahme von Verantwortung? Wie wird man heute eigentlich Chef? Und was zeichnet einen guten Vorgesetzten aus?

Ich will das Augenmerk auf zwei ‚Gespanne‘ der Bibel lenken, an denen wir vielleicht lernen können.

Josua stand 40 Jahre neben Mose und sah ihm zu bei allem, was er tat. Außerdem verbrachte er sehr viel Zeit im Heiligtum in der Gegenwart des Herrn. Josua lernte durch konzentriertes, aufmerksames Zuschauen mit einer demütigen Haltung vor dem Herrn. Nachdem Mose, der größte Prophet aller Zeiten, gestorben war, lenkte Josua die Geschicke des Volkes. Seine mächtigste Tat und größte Bestätigung im Amt geschah beim Kampf gegen die Amoriter, als er sagte: Sonne steh still! – und der Herr ihm diesen Wunsch erfüllte. Josua hielt sich am Herrn fest und vertraute völlig auf ihn. Mose war stets demütig vor dem Herrn gewesen und hatte doch mit Autorität das Volk Israel geführt. Josua hat es ihm abgeschaut.

Sehen wir auf Paulus und Timotheus, so sehen wir ebenfalls einen Schüler, der sein Augenmerk auf die Reden und Taten seines Lehrers richtete und immer wieder offen für dessen Ratschläge war. Schließlich konnte Paulus ihm auftragen, Älteste einzusetzen und die Gemeinde zu lehren. Paulus hat mit der Vollmacht eines Apostels gelehrt und gehandelt und er hat seinen Schüler Timotheus zu dem gleichen Handeln angeleitet.

In beiden Fällen gibt es kein Kompetenzgerangel, kein im-Stich-lassen und keinerlei Überheblichkeit.

Wo haben wir heute ähnliche Verhältnisse?

In der Gemeinde sind die Ältesten mit der Autorität ausgestattet zu lehren, zu korrigieren und anzuleiten. Sie sind wie Mose oder Paulus: Menschen, von denen wir lernen können und sollen, die wir ehren sollen wegen ihres Amtes und denen wir Gehorsam schuldig sind.

Aber auch an anderer Stelle sehen wir diese Konstellation: in der Ehe. Zwischen Mann und Frau ist die Verantwortung klar aufgeteilt. Ich habe das früher schon mal ausgeführt. Der Mann hat aufgrund seiner Stellung die Autorität, über den Kurs seiner Ehe zu entscheiden.

Was geschieht, wenn die Frau das Ruder an sich reißt, zeigt uns die Bibel:

Als Eva sich von der Schlange verführen ließ und dann auch Adam mitriss, war dadurch die ganze Welt verloren in Sünde. Weil Abram Sarai gehorchte und mit Hagar den Ismael zeugte, kam es nachher zu Zwistigkeiten in der Familie. Sarai hatte den Verheißungen Gottes zur Erfüllung verhelfen wollen und doch nur Not über ihre Familie gebracht. Als Miriam gegen Mose murrte, weil sie sich ihm gleichwertig fühlte, strafte der Herr sie mit einer Woche Aussatz.

Ich will damit nicht sagen, dass Frauen an allem Schuld tragen. Ganz im Gegenteil. Aber sie gieren mit ihrem Fleisch nach der Macht über den Mann und als das schwächere Gefäß geben sie diesem Druck nach, wenn ihr Mann das zulässt. Denn in den genannten Beispielen hat auch der Mann versagt. Adam hat seine Frau nicht genügend Disziplin gelehrt und Abram hatte die Hoffnung auf Gott aufgegeben und so seiner Frau nachgegeben.

Wenn wir uns in der heutigen Welt von einem kooperativen Führungsstil leiten lassen, wo die Verantwortung weggeschoben wird, wo Zuständigkeiten zunehmende unklar werden, wo sich jedermann nur die Rosinen heraus pickt, so handeln wir gegen den Willen Gottes. Gott ist auch ein Gott der Ordnung. Er setzt Verantwortliche ein und diese und nur diese bekommen damit auch Autorität über die ihnen Anvertrauten.

Wenn jetzt der Inhaber der Verantwortung seiner Verantwortung nicht gerecht wird und seine Autorität brach liegen lässt, wer den Auftrag, den der Herr ihm gab, nicht erfüllen möchte, ist in großer Gefahr. Denn sowohl die Ältesten einer Gemeinde als auch ein Ehemann und Vater tragen nicht mehr nur für sich allein die Verantwortung, nein, sie sind zu Hütern der Herde geworden.

Als solche sollen sie sich nicht verzetteln in Kleinigkeiten oder Abirren in Halbwahrheiten und weltlichen Konzepten. Sie sind aufgerufen, in der Bibel zu forschen, wie sie es richtig machen können. Und sie haben ihrem Auftrag als erster Priorität in ihrem Leben zu folgen. Nur wenn sie diesen Auftrag zum Wohlgefallen Gottes erledigt haben, können sie sich die Zeit nehmen für weitere Aufgaben. Aber es ist wohl eher selten, dass eine Gemeinde mal keine Lehre bräuchte oder eine Familie nicht den väterlichen Rat oder Segen.

Jeder ist aufgerufen, sein Leben und seinen Auftrag immer wieder neu zu betrachten. Nicht Aktionismus oder Postengeschiebe gehören auf die Tagesordnung, sondern unverfälschte Lehre, Demut und der unbedingte Wille, Gottes Wohlgefallen zu suchen, indem wir Seine Liebe zu denen tragen, die Er uns anvertraut hat. Beten wir dafür!

 

Buchempfehlung: J.C. Ryle: Die Pflichten der Eltern. Über 100 Jahre alt und doch noch aktuell!

gerade stoße ich auf ein interssantes Buch, das sicher einen wertvollen Beitrag zum Thema Pränataldiagnostik und Abtreibung bringt:

Viereinhalb Wochen: Die Geschichte von unserem kleinen Julius (http://www.amazon.de/Viereinhalb-Wochen-Geschichte-unserem-kleinen/dp/3629130232)

Meckern

Wir sind sehr schnell dabei, über das eine oder den anderen zu ‚meckern‘. Sprich, wir kritisieren jemanden – und haben unsere Lust daran. Manchmal muss es eben einfach raus! Es ist nur allzu menschlich, wenn wir unserem Ärger Luft machen – wenigstens mit Worten. Wir Deutschen, so heißt es, meckern auf hohem Niveau. Den allermeisten von uns geht es so gut, dass es eigentlich nichts zu meckern gibt. Und dennoch tun wir es jeden Tag. Wir schimpfen über jenen, schreien über das, brüllen vor Lachen, wenn jemand anders meckert.

Meckern ist das Geräusch, das die Ziege macht. Eine Ziege kann nicht reden, sie kann nur meckern. Wenn ein Mensch sich aber wie ein Tier verhält, kann das wohl nicht richtig sein. Wenn wir unnützes Geschwätz über andere verbreiten, ist das nicht im Sinne des Herrn.

Eph 4,29 Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören.

1Tim 1,6 Davon sind einige abgeirrt und haben sich hingewandt zu unnützem Geschwätz,

1Tim 5,13 Daneben sind sie faul und lernen, von Haus zu Haus zu laufen; und nicht nur faul sind sie, sondern auch geschwätzig und vorwitzig und reden, was nicht sein soll.

1Tim 6,20 O Timotheus! Bewahre, was dir anvertraut ist, und meide das ungeistliche lose Geschwätz und das Gezänk der fälschlich so genannten Erkenntnis,

2Tim 2,16 Halte dich fern von ungeistlichem losem Geschwätz; denn es führt mehr und mehr zu ungöttlichem Wesen,

Wenn wir Dinge über andere Menschen verbreiten, so ist das immer unnützes Geschwätz. Denn wo liegt der Sinn darin, etwas über Dritte zu verbreiten, wenn der Dritte keine Möglichkeit hat, dazu Stellung zu nehmen? Was ist der Sinn dahinter? Wenn ich mir damit meinen Frust von der Seele rede, habe ich dann tatsächlich was davon? In höchst egoistischer und noch dazu feiger Art will ich etwas los werden. Egoistisch, weil ich den anderen nicht mit einbeziehe und nur an mich denke, und feige, weil ich dem anderen keine Chance zur Verteidigung gebe. Aber durch mein Geschwätz ändert sich rein gar nichts. Ich kann es immer wieder wiederholen, die Situation ändert sich nicht – und der Dritte weiß nicht mal etwas davon.

Viel schlimmer aber ist, dass dieses Geschwätz nach dem Muster des Spiels ‚Stille Post‘ die Runde macht und schließlich ein böses Gerücht daraus wird. Und dann ist der Schaden groß. So wird aus einer Mücke ein Elefant. Die Mücke hätte man noch aus der Welt schaffen können – aber der Elefant steht nun groß und unbeweglich wie eine Mauer da. Diese Mauer trennt mindestens zwei Menschen, meist sind aber noch weitere Menschen davon betroffen und schlagen sich dann auf die eine oder andere Seite.

Spr 12,18 Wer unvorsichtig herausfährt mit Worten, sticht wie ein Schwert;

Spr 18,21 Tod und Leben stehen in der Zunge Gewalt

So kann ein Wort Leben vernichten, Familien spalten, Gemeinden auseinander bringen. Doch was sollen wir mit unserer Zunge anfangen?

Ps 71,24 Auch meine Zunge soll täglich reden von deiner Gerechtigkeit;

Ps 119,172 Meine Zunge soll singen von deinem Wort; denn alle deine Gebote sind gerecht.

Spr 13,3 Wer seine Zunge hütet, bewahrt sein Leben;

Spr 15,4 Eine linde Zunge ist ein Baum des Lebens

So sollen wir auch unseren Kindern bei bringen, keinen Unsinn zu reden. Gerade kleine Kinder, die gerade die Lust an der Sprache entdecken, sagen oft Wörter, die sie irgendwo aufgeschnappt haben. Meist können wir ihnen dann nicht erklären, welche Bedeutung dieses Wort hat, sondern allenfalls klar machen, dass dieses Wort zu den bösen Wörtern gehört und das weder Mama noch Papa dieses Wort je wieder hören möchte.

Auch ältere Kinder nehmen zuweilen noch Worte in den Mund, deren Bedeutung sie nicht kennen. Als Eltern sollten wir uns nicht scheuen, die Bedeutung dieses Wortes zu erklären und danach den weiteren Gebrauch zu verbieten. Den Kindern muss dabei klar werden, dass nicht die Welt der Maßstab ist, sondern Gottes Wort. Im Übrigen helfen alle Verbote nichts, wenn sich die Eltern nicht daran halten. Wenn die Eltern Tratsch verbreiten, werden es die Kinder im Nu nach machen. Somit sind Dispute über kontroverse Themen niemals vor den Kindern auszuführen.

Nach einem stressigen Tag will man eigentlich einfach nur seine Ruhe, doch die Kinder gönnen einem das meist nicht. Auch wenn es rücksichtsvolle Kinder sind, so bedürfen sie doch unserer Aufmerksamkeit. Wir dürfen uns das nicht verwehren. Mit Gottes Hilfe haben wir auch die Kraft dazu. Dennoch, unsere Aufmerksamkeit lässt nach und rasch gehen uns Worte über die Lippen, die vom Frust geprägt sind. In solchen Situationen müssen wir uns besonders in Acht nehmen, denn Satan benutzt unser sündiges Fleisch nur allzu gern für seine Zwecke. Daher kann es hilfreich sein, sich für diese Zeiten ein Ritual zu Recht zu legen, um die Fallstricke zu umgehen. Man muss dazu ehrlich zu sich selbst sein und Vertrauen in die Kraft des Herrn haben. Er wird in solchen Situationen gerne die Führung übernehmen, wenn wir Ihn lassen.

Geschieht dann doch mal ein Ausrutscher, sollte es den Eltern nicht peinlich sein, sich selbst die gleiche Strafe zu verpassen, die sie ihren Kindern in diesen Fällen geben, z.B. 5 Minuten schweigend ‚in der Ecke stehen‘. Die Zeit kann man dann sehr gut für ein Gebet nutzen!

Generell aber sollten wir all diese eigentlich kleinen Dinge ebenso in unserer Gebete integrieren, wie die ‚großen‘ Anliegen. Dem Herrn ist nichts zu groß, aber auch nichts zu klein.

Wo ist mein Platz in dieser Welt? Ich bin Mann, Ehemann, Vater, Gemeindemitglied, Arbeitnehmer, Sohn, Bruder, Schwager, Onkel. Als Mann bin ich Gott verantwortlich für mich selbst, als Ehemann bin ich Gott verantwortlich für mich selbst und meine Ehefrau, als Vater bin ich Gott verantwortlich für die Kinder, die Er in meine Obhut gegeben hat als lebenslange Leihgabe. Als Gemeindemitglied bin ich meinen Geschwistern und meinen Ältesten gegenüber verantwortlich, in deren Mitte mich Gott gestellt hat. Als Arbeitnehmer habe ich einen zutiefst weltlichen Vertrag abgeschlossen, in dem ich meine Zeit und Kraft in den Dienst einer Firma stelle. Als Sohn schulde ich meinen Eltern Ehre. Als Bruder bin ich mitverantwortlich für das Schicksal meiner Brüder. Als Schwager habe ich teil am Leben einer zweiten Familie, ebenso als Onkel. Wie kann ich denn all diesen Anforderungen gerecht werden?

Das Leben als Christ ist kein Wettlauf um den besten Platz, kein Kampf um die meisten Evangelisierungen, die meisten Gemeindedienste oder die längste Predigt. Mein Leben ist nicht darauf ausgerichtet alle Bedürfnisse anderer Menschen zu erfüllen. Mein Leben darf nicht von der Angst geprägt sein, etwas zu verlieren, was mir sowieso nicht gehört. Alles ist mir von Gott geschenkt und gehört somit Ihm allein. Sein Gnadengeschenk der Errettung darf ich ebenso freudig annehmen wie alle übrigen Geschenke.

Was hat den Bruder des heimgekommenen verlorenen Sohnes so geärgert? Er hat die ganze Zeit Treue gehalten, seine Arbeit getan und sich kein bisschen Freude gegönnt. Was hat Marta geärgert, als Jesus in Betanien zu Gast war und Maria sich zu Füßen Jesu gesetzt hat, während sie den Haushalt aufrecht erhielt? Was dagegen hat Jonathan bewegt, auf seine Thronansprüche zu verzichten und David die Treue zu schwören?

Der Bruder des verlorenen Sohnes lebte ständig in der Gegenwart des Vaters und hatte teil an allem, was ihm gehörte. Jederzeit hätte er feiern können, jederzeit hätte er pausieren können und die Knechte hätten die Arbeit erledigt. Sein Tisch war überreich gedeckt, sein Geldbeutel zum Bersten voll. Er hatte alles und nutze es doch nicht.

Maria und Marta von Betanien liebten beide den Herrn Jesus. Die eine drückte ihre Liebe zum Herrn in ihrem Dienstverhalten aus, die andere in treuem Zuhören. Jesus ermahnt die dienstbare Schwester dazu, Seine Nähe zu genießen, so lange Er da wäre, statt ihre Zeit mit Hausarbeit zu verschwenden. Sicher, Hausarbeit muss getan werden, die Dienste in der Gemeinde ebenso. Doch wie sagte schon Salomo? Alles hat seine Zeit. Wenn wir uns in Arbeit vergraben und sei sie noch so sehr für den Herrn gedacht und darüber das Lesen im Wort des Herrn und das Hören auf Sein Wort vernachlässigen, wird unsere Motivation zusehends geringer, die Freude schwindet und was bleibt ist Frust und Ärger auf die anderen, die vermeintlich nichts tun.

Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, Beten sei kein Dienst für die Gemeinde. Sicher ist Gebet der am wenigsten sichtbare Dienst, dafür aber der mächtigste. Denn wer ernsthaft betet, den wird Gott erhören. Ebenso ist es auch im Familienleben. Wenn die Arbeit einen mal nicht loslässt, so sollte dennoch immer Zeit für ein erbauliches und treues Gebet sowie ein zumindest kurzes Lesen in der Bibel sein. Ohne den Kontakt zu Gott geht unser Glaube im Lärm des Alltags unter.

Wer Gott folgt, wird auch erkennen, wo die eigene Verantwortung aufhört. So war es Jonathan aufgrund der äußeren Zeichen schnell klar, dass Gott Sauls Königslinie verworfen hatte und an seiner Statt David einsetzen wollte. Mit wachem Blick erkannte Jonathan, dass die Misserfolge seines Vaters ihn in Ungnade hatten fallen lassen. Davids Erfolge wie der Sieg gegen Goliath und dem Schutz vor den Anschlägen Sauls waren für Jonathan ein klares Zeichen. Anstatt einfach nur zurückzutreten, schenkte er David zudem seine uneingeschränkte Freundschaft.

Christsein ist nicht von Karrieredenken und Erfolgsdruck geprägt, sondern von dem Hören auf Gottes Wort sowie dem Willen, Gott zu gefallen. Gott belohnt Treue, auch wenn diese keine sichtbaren Ergebnisse bringt. Von Werner Gitt gibt es eine Schrift über den kleinen Mann von der George Street. Darin wird von einem unermüdlichen Traktatverteiler erzählt, der über Jahrzehnte keine Ahnung hat von den Auswirkungen seines Dienstes. Menschen, die von seinen Traktaten angesprochen wurden, traten kurz darauf in den vollzeitlichen Dienst und halfen tausenden Menschen zum Glauben zu kommen. Von alledem ahnte der kleine Mann bis kurz vor seinem Tod nichts und verrichtete doch tagein tagaus treu seinen Dienst. Ein Bauer weiß auch nicht, wie seine Ernte ausfällt, bevor er sie eingefahren hat. Zum Zeitpunkt der Saat ist alles offen. Wind und Wetter können günstig oder ungünstig sein, die Saat kann aufgehen oder auch nicht. Der Bauer hat das nicht in der Hand. Dies liegt allein in Gottes Hand.

Und so dürfen auch wir uns als Sämänner des Evangeliums betätigen ohne den ständigen Erwartungsdruck einer Bekehrung oder Erweckung im Hinterkopf zu haben. So dürfen wir uns an einem Gemeindedienst beteiligen, ohne Angst vor Misserfolgen. So dürfen wir uns auch in die Ehe und die Vaterschaft begeben, ohne fürchten zu müssen, dass wir versagen.

Roger Peugh hat einmal in einem Vortrag aus seinem eigenen Leben erzählt, wo seine Frau und er an einem Scheideweg standen. Mit dem sicheren Auftrag der Mission in Deutschland waren sie angetreten, aber Frau Peugh konnte sich einfach nicht mit der deutschen Sprache anfreunden. Sie waren nahe am Aufgeben, als ein Freund sie auf den rechten Weg zurückbrachte. Seine Quintessenz war, dass Gottes Plan nicht gestern oder vorgestern begonnen hatte, sondern heute, im Hier und Jetzt.

Nicht die Vergangenheit mit all ihren Misserfolgen und Fehltritten spielt eine Rolle, sondern meine Entscheidung, Gott wohl zu gefallen, die ich jeden Morgen neu treffe. Wenn ich Vergebung von Gott erlange, so ist das vergleichbar mit einem Reset: alles geht auf Anfang. Gott hat meine Fehler nicht mehr im Blick, sondern meine aktuelle Entscheidung, Ihm jetzt zu folgen. Durch die Vergebung der Sünden ist die Trennung von Gott wieder aufgehoben und ich kann weiter mit Ihm gehen. Auch wenn ich wieder versage, wird Gott treu sein, viel treuer als ich mir vorstellen kann. Auch wenn Sein Schaft zum hundertsten Mal ausbüchst, wird Er ihm trotzdem nachgehen und es zurückholen.

Frau Peugh hatte jahrelang erfolglos versucht, die deutsche Sprache in der Schule zu lernen. Eines Tages klingelte eine Nachbarin und fragte sie in leichtem Schwäbisch, ob sie etwas Mehl ausleihen könnte. Frau Peugh war natürlich gerne behilflich und war es auch die folgenden Tage. Es schien, als hätte diese Nachbarin rein gar nichts im Hause, um zu Kochen und zu backen. So war Frau Peugh gezwungen, deutsch zu reden und allmählich ging es ihr immer leichter von den Lippen.

Gott ist es egal, wo du her kommst und was du getan hast. Gott kann jede Sünde vergeben, die ernstlich bekannt wird. Aber erst dann kann Gott mit dir arbeiten. Wenn du störrisch bleibst wie ein Esel, wundere dich nicht über mangelhaftes Fortkommen.

2005 hat der Hurrikan Katrina New Orleans unter Wasser gesetzt. New Orleans ist so etwas wie das moderne Sodom und Gomorra. Schon damals riefen einige ernsthafte Prediger der USA zur Umkehr auf. Jetzt, 7 Jahre später, kommt erneut ein Tropensturm auf New Orleans zu und versetzt die Menschen in Angst. Liebe Mitbürger: hört ihr Gott denn nicht reden? Seid ihr so verblendet?

Wie ist es in deinem Leben? Ist dein Ohr und ist dein Herz noch auf Empfang? Oder ignorierst du das Rufen des Herrn?